Digitalisierung

Prozesse neu denken   

Die Digitalisierung verändert den Leitungsbau zunehmend. Während Projekte immer komplexer werden und die Anforderungen an Nachweisführung, Transparenz und Effizienz steigen, sind Bau- und Dokumentationsprozesse vielerorts weiterhin analog geprägt. Die Digitalisierung im Leitungsbau erfordert daher weit mehr als den Einsatz einzelner Anwendungen oder maschinentechnischer Features. Entscheidend ist die Weiterentwicklung der Arbeits- und Organisationsprozesse entlang der gesamten Prozesskette – von der Planung und Bauausführung über die Dokumentation und Abrechnung bis hin zur Nutzung der Projektdaten im Betrieb.
   
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine gemeinsame digitale Informationsbasis zwischen Planung, Baustelle, Bauleitung, Verwaltung und externen Projektpartnern an Bedeutung. Digitale Werkzeuge ermöglichen es, Projektdaten strukturiert zu erfassen, zentral zu verwalten und allen Beteiligten verfügbar zu machen. So lassen sich Bauprozesse effizienter steuern, Dokumentationsanforderungen verlässlich erfüllen und der Abstimmungsaufwand zwischen den Projektbeteiligten deutlich reduzieren. 


„Digitalisierung im Leitungsbau beginnt nicht mit einer App oder einem Tablet. Sie beginnt mit klaren Prozessen, verlässlichen Datenstrukturen und einer durchgängigen Zusammenarbeit entlang der gesamten Prozesskette.“ 

Konstantinos Makris, Referent Technik rbv

Die wesentlichen Handlungsfelder:

  1. Digitalisierung im Leitungsbau voranbringen  
    Derzeit besteht die wesentliche Herausforderung darin, digitale Methoden im Leitungsbau einzuordnen und schrittweise in die Praxis zu überführen. Dazu gehört die Nutzung digitaler Technologien wie automatisierter Datenerfassung oder perspektivisch KI-gestützter Anwendungen. Langfristig ist insbesondere die praxisnahe Anwendung von Building Information Modeling (BIM) von Bedeutung. Ziel ist es, eine konsistente Datenbasis für Leitungsbauprojekte zu schaffen. Der rbv unterstützt insbesondere mittelständische Bauunternehmen durch Wissenstransfer, Orientierungshilfen und den Austausch von Praxiserfahrungen dabei, digitale Lösungen zu bewerten und sinnvoll in ihre betrieblichen Abläufe zu integrieren. 

  2. BIM im Leitungsbau  
    Während BIM im Leitungsbau bislang nur in Pilotprojekten zum Einsatz kommt, wächst auch in diesem Bereich das Interesse an der Methodik. Der rbv unterstützt seine Mitgliedsunternehmen dabei, BIM-Anwendungen praxisnah zu bewerten und schrittweise in die Baupraxis zu überführen. Dazu gehören die Einordnung konkreter Anwendungsfälle, die Entwicklung von Orientierungshilfen und Leitfäden sowie die Diskussion von Anforderungen an Datenmodelle und Bauwerksdokumentationen. Um das Potenzial der BIM-Methodik zu entfalten, muss BIM langfristig dazu beitragen, die Planung und die Bauausführung von Projekten enger miteinander zu verknüpfen und Infrastrukturdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg nutzbar zu machen.  

  3. Kollaboration optimieren 
    Die Digitalisierung schafft insbesondere dort Mehrwert, wo Informationen bislang fragmentiert oder zeitverzögert verfügbar sind. Mithilfe digitaler Baustellendokumentation, elektronischer Leistungs- und Fortschrittsmeldungen, digitaler Checklisten und Qualitätsnachweise, Zeiterfassungssystemen sowie der Integration von ERP-Systemen in Bauabläufe können Prozesse transparenter und effizienter gestaltet werden. Ihr volles Potenzial entfalten digitale Arbeitsprozesse, wenn sie über einzelne Unternehmensbereiche hinauswirken. Voraussetzung hierfür ist eine durchgängige, medienbruchfreie Nutzung und Erzeugung datenbasierter Informationen über geeignete Schnittstellen hinweg.  

Unsere Positionen:

  • Digitale Werkzeuge müssen praxiskonform und wirtschaftlich umsetzbar sein, damit auch kleine und mittelständische Bauunternehmen sie einsetzen können.
  • Bauprojekte benötigen durchgängige digitale Datenstrukturen von Planung über Bau bis zur Dokumentation.
  • Schnittstellen zwischen Bauunternehmen, Planern, Netzbetreibern und Auftraggebern müssen digital kompatibel für die Verwendung mit Standardsoftware gestaltet werden
  • BIM muss im leitungsgebundenen Tiefbau praxisorientiert weiterentwickelt und erprobt werden, um einen Nutzen zu entfalten.
  • Digitale Bauwerksdokumentation muss so gestaltet sein, dass Daten nachvollziehbar, übertragbar und im späteren Betrieb nutzbar bleiben.
  • Die Branche benötigt Qualifizierungsangebote und Wissenstransfer, um digitale Methoden erfolgreich in die Praxis zu integrieren.

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Prozessoptimierung – Teil 1:Digitalisierung im Leitungsbau

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