Gas: Ohne Moleküle geht es nicht
Das rund 600.000 Kilometer lange Gastransport- und -verteilnetz in Deutschland ist eine über Jahrzehnte gewachsene, wertvolle Infrastruktur. Vom Leitungsbau errichtet und instandgehalten, versorgt es rund 1,8 Millionen Industrie- und Gewerbekunden sowie etwa die Hälfte aller Haushalte mit Energie und Wärme. Dieses Leitungsnetz ist kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: Es ermöglicht die schrittweise Integration grüner Gase – insbesondere Wasserstoff und Biomethan – und ist damit ein wesentlicher Baustein für die Dekarbonisierung des Energiesystems.
Die operative Umsetzung der Energie- und Wärmewende bleibt anspruchsvoll. Gas- und Wasserstoffinfrastrukturen, die perspektivisch um CO₂-Transportstrukturen ergänzt werden, bilden als Teil eines leistungsfähigen Molekülnetzes das infrastrukturelle Fundament der Dekarbonisierung. Ein erfolgreicher Netzausbau hängt maßgeblich von präzisen technischen Standards ab. Dazu gehören unter anderem mediengerechte Werkstoffkonzepte, passende Druckstufenauslegungen, qualifizierte Schweißverfahren, zerstörungsfreie Prüfungen sowie integrierte Sicherheits- und Qualitätsmanagementsysteme.
„Die bestehende Gasinfrastruktur ist und bleibt ein essenzieller Bestandteil unseres Energiesystems. Eine erfolgreiche Dekarbonisierung scheitert, wenn politische Entscheidungen einseitig auf einzelne Technologien beschränkt werden. Wir brauchen technologieoffene und pragmatische Lösungen.“
Name, Funktion
Unsere Positionen:
- Die bestehenden Gasverteilnetze bleiben ein wesentlicher Bestandteil des Energiesystems und müssen in der kommunalen Wärmeplanung als Teil einer integrierten und langfristig tragfähigen Versorgungsstruktur berücksichtigt werden. Pauschale Rückbau- oder Stilllegungsdebatten werden ihrer Bedeutung und ihrem Transformationspotenzial nicht gerecht.
- Transport- und Verteilnetze müssen als integriertes System geplant und weiterentwickelt werden.
- Der Hochlauf von Wasserstoff erfordert verlässliche politische Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über den Transport bis zur Anwendung. Nur wenn ausreichend Wasserstoff verfügbar ist, entstehen die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur.
- Ohne wirtschaftlich tragfähige CO₂-Abscheidung und -Aufbereitung entstehen Transportnetze weder im erforderlichen Umfang noch im notwendigen Tempo.
Wasserstoff-Kernnetz
9040 km
Leitungen
87GW
87GW
ca. 40%
Neubau
CO₂-Netz (Szenario)
4000 km
Leitungen
100 % Neubau
Gebietsnetztransformationsplan
(GTP) 2025
| 248 | beteiligte Gasverteilnetzbetreiber |
| 91 | Prozent planen mit klimaneutralen Gasen |
| 63 | Prozent H₂-Umstellungen bis 2035 |
| 89 | Prozent bis 2040 |
| 20 | Prozent Stilllegung bis 2045 |

