Nachhaltigkeit

Aufgaben erkennen    

Während der Ausbau neuer Netze für klimaneutrale Energieträger derzeit die energiepolitische Debatte prägt, rücken zugleich die Frage nach den verwendeten Materialien sowie die technischen und organisatorischen Bedingungen und die dabei entstehenden CO₂-Emissionen in den Blick. Damit wird Nachhaltigkeit auch im Leitungsbau zu einer relevanten Anforderung an die Ausführungsplanung und Bauausführung.  
 
Für die Emissionsbilanz sind Baumaterialien und der Betrieb der Infrastruktur von wesentlicher Bedeutung. Im Baustellenbetrieb entsteht der Großteil der Treibhausgasemissionen durch die Verbrennung von Kraftstoff bei der Nutzung von Maschinen und Geräten. Nachhaltigkeit im Leitungsbau wird daher zunehmend als Aufgabe der Bauprozessoptimierung verstanden. Baustellen werden nicht nur technisch und wirtschaftlich bewertet, sondern zunehmend auch hinsichtlich ihrer Emissionsstruktur analysiert. Etablierte Bilanzierungsansätze wie das Greenhouse Gas Protocol liefern in diesem Kontext einen übergeordneten Rahmen. Die Herausforderung besteht darin, Emissionsquellen entlang der Bauprozesse systematisch zu erfassen und Reduktionspotenziale zu erschließen.  


„Mit dem Aus- und Umbau klimarelevanter Netze sind auch Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit im Bauprozess verbunden. Wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt, ist auf zukünftige Anforderungen gut vorbereitet.“

Andreas Hüttemann, Bereichsleiter Technik rbv

Die wesentlichen Handlungsfelder:

  1. Baustellenbetrieb optimieren  
    Der rbv ordnet Nachhaltigkeitsaspekte fachlich ein und unterstützt Mitgliedsunternehmen praxisnah. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ermittlung von (Berechnungs-)Ansätzen für Treibhausgasemissionen im Baustellenbetrieb sowie der Identifikation von Emissionstreibern, zu denen beispielsweise Transportlogistik, Maschinenbetrieb und Energieeinsatz zählen. Mit der Etablierung einer agilen Arbeitsgruppe, der Veröffentlichung eines Infopoints und Vorträgen unterstützt der rbv die Unternehmen dabei, Emissionen entlang ihrer Bauprozesse systematisch zu erfassen und Reduktionspotenziale sichtbar zu machen. 

  2. Praxiskonform Orientierung geben  
    ​Für Unternehmen des Leitungsbaus ist es wichtig, die Grundsätze der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verstehen. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit europäischen und nationalen Anforderungen sowie mit den steigenden Erwartungen von Auftraggebern und Finanzmarktakteuren. Ein wesentliches Ziel besteht zunächst darin, grundlegende Informationen bereitzustellen und zugleich alle relevanten Entwicklungen rund um die Notwendigkeit einer Reduktion von CO₂-Emissionen konsequent zu beobachten und auf ihre Relevanz für den Leitungsbau zu prüfen.

Unsere Positionen:

  • Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen im Leitungsbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die klare Vorgaben auf Auftraggeberseite erfordert. Bereits heute können Ausschreibungen und landesrechtliche Verordnungen Kriterien zur Bewertung von Klimaschutzaspekten im Vergabeprozess vorsehen. Einige Netzbetreiber berücksichtigen die Klimaauswirkungen bereits in der Planungsphase, um eine nachgelagerte, komplexe Bewertung von Angeboten zu vermeiden. Nur durch eine frühzeitige Integration entsprechender Anforderungen in Planung und Vergabe kann nachhaltiger Leitungsbau wirksam umgesetzt werden.
  • Nachhaltigkeit im Sinne von Klimaschutz, Klimaneutralität und Ressourcenschonung setzt bei der Netzplanung an und entscheidet dort bereits zum größten Teil über das Emissionspotenzial in Bezug auf die gewählte Ausführungsvariante. Auftraggeber müssen hier schon die richtigen Weichen stellen.
  • Die Reduktion von CO₂-Emissionen verlangt von Bauunternehmen konkrete Maßnahmen im Arbeitsalltag. Im Mittelpunkt steht die Umstellung auf alternative Antriebssysteme – von Elektro- bis Hybridlösungen –, für die neue Betriebs-, Energie- und Logistikkonzepte erforderlich sind. Dazu gehört der Aufbau einer geeigneten Ladeinfrastruktur ebenso wie eine verlässliche Energieversorgung auf der Baustelle.
  • Um Treibhausgasemissionen im Baustellenbetrieb gezielt zu reduzieren, müssen Unternehmen ihre Bauprozesse systematisch analysieren. Voraussetzung dafür sind praxistaugliche Methoden und einheitliche Bewertungsmaßstäbe. 

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CO₂-Reduzierung auf Baustellen

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